Rund 20 Interessierte trafen sich in Leingarten zum Waldspaziergang. Foto: Brigitte Wolf

Der Klimawandel wird auch im Wald sichtbar

Waldspaziergang mit dem Bundestagsabgeordneten Gerhard Schick und meiner Kollegin aus dem Nachbarwahlkreis Catherine Kern in Leingarten. Gemeinsam mit einer Gruppe von ca. 20 Interessierten zeigte uns der Förster Jens Hey die Besonderheiten des Heuchelbergs auf. Ein Kleinod, das nicht unter den Begriff der üblichen Forstwirtschaft fällt, sondern allmählich renaturiert werden soll. So wies Herr Hey auf eine Gruppe Nadelbäume hin und meinte dann: „Die gehören hier eigentlich gar nicht hin.“ Ebenso wie Pflanzen und Bäume, die laut dem Schulbuch des Försters in Südeuropa heimisch sind, nun aber immer häufiger in unseren Breitengraden zu finden sind. Der Klimawandel wirkt sich somit nicht nur auf die Temperatur sondern auch auf Flora und Fauna aus. Schadinsekten haben damit leichtes Spiel, weil viele etablierte Arten auf ihren trockener gewordenen Standorten schwach und anfällig werden. Das Tempo dieser Entwicklungen hinterlässt bei dem Förster ein „mulmiges Gefühl.“

MdB Gerhard Schick: „Artenvielfalt geht auch im Wald zurück“

MdB Gerhard Schick geht auf die Wichtigkeit des Natur- und Klmaschutzes ein. Foto: Brigitte Wolf

Gerhard Schick hört gespannt zu und interessiert sich sehr für die Details, die der Förster über die Entwicklung des Waldes unterhalb der Heuchelberger Warte berichten konnte. „Der Wald ist das einzige Gebiet in Leingarten, in dem nicht gedüngt und nicht gespritzt wird“, griff der finanzpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag die Information des Försters auf und ergänzt: „und trotzdem ist das zu wenig“. Denn die Artenvielfalt geht auch im Wald zurück – „die Statistik bekommt hier ein ganz anderes Gewicht, wenn wir merken, dass wir selbst im Wald weniger Insekten sehen, weniger Pflanzen und weniger Tiere“.

Bäuerliche Betriebe bei Umstellung unterstützen und Klimaschutz voranbringen

Für mich ist daher nur logisch, dass wir die ökologische Landwirtschaft weiter stärken müssen. Wir wollen bäuerliche Betriebe, die bereits umwelt- und tierverträglich Wirtschaften, oder darauf umstellen, unterstützen. Denn gesunde Nahrung kommt aus einer gesunden Natur! Gleichzeitig ist es wichtig, endlich den Klimaschutz voranzubringen. Bis 2030 wollen und können wir unseren Strombedarf vollständig aus Erneuerbaren Energien decken. Um das international zugesagte deutsche Klimaziel für das Jahr 2020 überhaupt noch schaffen zu können, werden wir unverzüglich die 20 dreckigsten Kohlekraftwerke vom Netz nehmen und den CO2-Ausstoß der verbleibenden Kohlekraftwerke analog zu den Klimazielen deckeln. Wir werden den Kohleausstieg in Einklang zu unseren Zielen 100 Prozent Erneuerbare Energien im Strombereich bis 2030 gestalten. Der Wald würde es uns danken!

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