Featured Video Play Icon

Wir wollen die drittstärkste politische Kraft werden!

Zum ersten Mal bin ich auf einer BDK und darf den Heilbronner Kreisverband vertreten. Die BDK ist der Bundesparteitag der Grünen und heißt eigentlich Bundesdelegiertenkonferenz. An diesem Wochenende wollen wir das Wahlprogramm beschließen. Das heißt: Lange Debatten mit Reden und Gegenreden sowie spannende Abstimmungen. Am Ende steht ein sehr gutes Wahlprogramm. Ökologisch, gerecht weltoffen. Der Wahlkampf kann beginnen!

Mit dem Zug nach Berlin

Los geht es mit dem Zug von Heilbronn nach Würzburg. Die Anbindung von Heilbronn an das Fernverkehrsnetz ist mies. Gut 1 ½ Stunden benötigt der Regionalexpress nach Würzburg. Zeit, die ich nutzen kann, um den Programmentwurf mit den zahlreichen Änderungsanträgen durch zuarbeiten. Einen Zeitvertreib, dem ich dann auch im ICE nachgehe. Nicht zu vergleichen mit dem Regionalexpress, düsen wir in Windeseile über Kassel, Fulda und Göttingen nach Berlin. Auf dem Platz neben mir sitzt ein Delegierter aus dem Raum Heidelberg. Er studiert wie ich das Wahlprogramm. Wir diskutieren einzelne Themen und stimmen uns auf den Parteitag ein.
Der ICE kommt etwas zu früh in Berlin an. Ob die Bahn mich mit Überpünktlichkeit eines Besseren belehren möchte? Schließlich setze ich mich für ein modernisiertes Bahnnetz ein. Dass ich die Rückfahrt von Berlin in einem überfüllten ICE mit defekten Toiletten zurücklegen muss, weiß ich zu diesem Zeitpunkt glücklicherweise noch nicht.

Jetzt muss sich vieles ändern, damit wir auch morgen gut leben können

Thomas Fick (links) mit Ministerpräsident Kretschmann auf der BDK in Berlin. Foto: privat

Schnell checke ich im Hostel ein und gehe zum Velodrom. In der Halle angekommen suche ich meinen Platz. Baden-Württemberg ist gut vertreten. Wir stellen viele Delegierte und auch die führenden Köpfe der grünen Landesregierung haben es sich nicht nehmen lassen, auf dem Parteitag zu erscheinen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Verkehrsminister Winne Hermann und auch die Landesvorsitzende Sandra Detzer sitzen unmittelbar in meiner Nähe. Zum Auftakt macht Spitzenkandidat Cem Özdemir klar: Jetzt muss sich vieles ändern, damit wir auch morgen gut leben können. In Sachen Klimaschutz wird er deutlich. „Wenn wir die globale Erhitzung auf unter zwei Grad begrenzen wollen, dann müssen Kohle, Öl und Gas im Boden bleiben. Das Eis in der Arktis interessiert es aber nicht, ob es wegen amerikanischer Blödheit schmilzt oder wegen deutscher Trägheit. Wer da seine Hoffnungen allein auf Angela Merkel setzt, sollte sich eine Schwimmweste kaufen. Aber ich will keine Schwimmweste, ich will etwas ändern!“ Es ist eine begeisternde Rede von Cem. Euphorisch beginnen wir mit dem abarbeiten der Anträge.

 

Ringen um Positionen, Gastbeiträge aus Mikronesien und von Jesidin

Es werden die einzelnen Kapitel und Unterkapitel aufgerufen. Der Verfahrensablauf: Einführung in die Thematik, Verfahrensvorschlag, dann Rede und Gegenrede danach die Abstimmung. Ein aufwendiges Verfahren, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Bei manchen Abstimmungen ist die Entscheidung schwierig, die Argumente auf beiden Seiten gut. Wir ringen um Positionen bei Themen wie bezahlbaren Wohnraum, Militäreinsätzen und bei der Umstellung auf E-Mobilität. Ich bin stolz darauf, Teil dieser Partei zu sein. Basisdemokratisch stellen wir unser Wahlprogramm zusammen. Bei den Grünen dauert das eben ein ganzes Wochenende.

Für Abwechslung sorgen am Samstag die Gastredner*innen, die zur BDK eingeladen wurden. Ein Bericht aus Mikronesien. Inseln, die untergehen, wenn das Eis an den Polen weiter schmilzt. Dort zerstört der Klimawandel bereits Existenzen! Oder eine jesidische Frau, die von ihren schlimmen Erfahrungen in der Gefangenschaft der IS-Terroristen berichtet. Auch dies macht uns Grüne aus. Andere zu Wort kommen lassen, ihnen zuhören und daraus Schlüsse ziehen.

Die Schlussabstimmung über das Wahlprogramm erfolgt mit sehr breiter Zustimmung am Sonntag. Katrin Göring-Eckardt beendet die BDK mit einem motivierenden Aufruf: ökologisch – gerecht – weltoffen. Die zentralen Themen, um die es geht. Nicht nur in Deutschland, sondern auch für die ganze Welt.

Es braucht uns Grüne in Deutschland

Thomas Fick (links) mit Bernd Mayer, Gemeinderat Schwaigern, auf der Bundesdelegiertenkonferenz in Berlin. Foto: privat

Ja, es braucht die Grünen für konsequenten Klimaschutz, für mehr Gerechtigkeit in unserer Gesellschaft, aber auch in unserem Verhältnis zu den Ländern Asiens und Afrikas. Ja, es braucht die Grünen für eine tolerante, bunte und weltoffene Gesellschaft, die jedem die Chance zur Teilhabe und Entfaltung seiner persönlichen Talente bietet. Dafür stehen wir Grünen. Dafür stehe ich! Deswegen wollen wir nach dem 24. September regieren und Deutschland ökologisch, gerecht und weltoffen machen.

 

 

 

Wahlprogramm kompakt:

Mit unserem Zehn-Punkte-Plan für grünes Regieren machen wir Ihnen ein verbindliches Angebot. Er gibt eine klare Antwort darauf, wofür wir stehen und wofür es uns Grüne braucht. Diese zehn Vorhaben entscheiden über die Zukunft unseres Landes. Sie sind der Maßstab für eine grüne Regierungsbeteiligung. Der Zehn-Punkte-Plan können Sie hier einsehen: https://www.gruene.de/ueber-uns/2017/10-punkte-fuer-gruenes-regieren.html

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld