Vor einem Modell der Ariane Trägerrakete in Lampoldshausen v.l.n.r.: Herr Schäfer (stellvertretender Leiter des DLR-Standorts Lampoldshausen), Denisa Küstner (Mitarbeiterin beim DLR-Forum) und Thomas Fick (Bundestagskandidat für Bündnis 90/Die Grünen) Foto: privat

Hi-Tech im Wald – Besuch beim DLR-Standort in Lampoldshausen

Wer kennt nicht die beeindruckenden Bilder, wenn eine Ariane Trägerrakete in Kouru ins Weltall startet? Die Sekunden laufen rückwärts auf Null. Eine gigantische Staub-Rauch-Dampf-Wolke und dann hebt der riesige Stahlkoloss ab – die Beschleunigung der Triebwerke schiebt die Rakete immer schneller in den Himmel. Im Kontrollzentrum: Erleichterung und Jubel, dass alles geklappt hat. Vermutlich wissen nur wenige, dass die Triebwerke dieser Trägerraketen im DLR-Standort in Lampoldshausen und damit in meinem Wahlkreis getestet werden.

Satelliten wichtig für Forschung an den Auswirkungen des Klimawandels

Sei es das Navi im Auto, die Ortung des Smartphones oder die schnellere Internetverbindung. Unser Leben heute wäre ohne Satelliten, die ins Weltall geschossen wurden, kaum vorstellbar. Zudem ermöglicht uns der Blick aus dem Weltraum Treibhausgasentwicklungen in der Atmosphäre oder die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf Gletscher, Seen und Wüsten zu untersuchen. Zahlreiche technische Anwendungen beispielsweise im Gesundheitswesen oder im Bereich der erneuerbaren Energien gehen auf Entdeckungen im und für das All zurück.

Mein Besuch beim DLR in Lampoldshausen

Unscheinbar schlängelt sich die Straße durch den Wald zum DLR-Standort. Nach einigen Kurven ein unauffälliges Schild mit der Aufschrift DLR. Dann ein großer voll belegter Parkplatz vor einem modernen Firmengebäude. Durch das 2013 eröffnete Ausstellungsgebäude haben Besucher hier erstmals Gelegenheit, Exponate und Filme aus 50 Jahren Raumfahrtgeschichte am Standort Lampoldshausen zu bestaunen. Auch in aktuelle Entwicklungen am Standort, wie zum Beispiel Wasserstoff als Energieträger verstärkt einzusetzen, bekommen die Gäste Einblick.

Ich werde vom stellvertretende Leiter des DLR, Herr Klaus Schäfer und Frau Denias Küstner, der Verantwortlichen für das Besucherzentrum, empfangen. Herr Schäfer schildert die aktuellen Vorhaben und nennt beeindruckende Zahlen: „Bei einer Rakete sind lediglich knapp 10% Nutzlast (Satelliten Astra, Galileo u.ä.) – der ganz überwiegende Teil sind Treibstoffe. Die Triebwerke beschleunigen auf 8,9 Kilometer pro Sekunde und müssen einen Schub von 440 Millionen PS entwickeln – Nur so ist es möglich, die Rakete auf die berechnete Umlaufbahn zu bringen.“ Ohne vorherige Tests darf keine Rakete an den Start gehen. Und diese Tests der Triebwerke finden hier in Lampoldshausen statt. Dort entsteht 3500 Grad heißer Wasserdampf. Zur Kühlung werden 5000 Liter Wasser pro Sekunde benötigt. Es werden somit riesige Mengen an Energie für den Antrieb und Wasser für die Kühlung eingesetzt.

Kostenintensiver Einsatz von Haushaltsmitteln

Die öffentliche Hand spielt bei der Förderung der zivilen Raumfahrt eine große Rolle. Das Wirtschaftsministerium investiert jährlich mehr als 1,5 Milliarden Euro in die zivile Raumfahrt. Das entspricht knapp ein Fünftel des Budgets im Wirtschaftsetat. Gelder, von denen natürlich auch der DLR Standort in Lampoldshausen profitiert. Auf der anderen Seite gibt eine von ESA in Auftrag gegebene Studie an, dass jeder Euro der Raumfahrt einen gesamtwirtschaftlichen Ertrag von circa sechs Euro erbringe.

Grüne Position zur Raumfahrt

Die Triebwerke der Ariane Raketenträger werden im DLR-Standort Lampoldshausen getestet. Foto: pixabay.com

Ohne Raumfahrt und Satellitendaten ist Klimaforschung in der jetzigen Form nicht möglich. Neben der Erdbeobachtung spielen auch zunehmend Projekte eine Rolle, die globale CO²-Konzentrationen und ihre Entstehung mess-und sichtbar machen sollen. So könnte die Einhaltung internationaler Umweltschutzvereinbarungen und Klimaschutzzielen noch besser kontrolliert werden.

Wie in anderen Bereichen gibt es jedoch auch in der Raumfahrtforschung eine Dual-use-Problematik. Bedeutet: Zivile Forschung, die auch für militärische Zwecke eingesetzt werden kann. Um dieser Problematik entgegen zu wirken, ist uns Grünen Transparenz in der Raumfahrtforschung sowie die Einbindung der Zivilgesellschaft bei den Entscheidungen, an was geforscht werden soll, besonders wichtig. Die Politik hat sicherzustellen, dass keine Vermischung von zivilen Vorhaben und militärischer Nutzung stattfindet.

DLR-Standort in Lampoldshausen ermöglicht Transparenz

Das DLR-Forum für Raumfahrtantriebe in Lampoldshausen ist ein richtiger Schritt, um Transparenz zu schaffen und den Bürgern*innen einen Einblick zu ermöglichen, was auf dem DLR Gebiet in der Praxis geschieht.

Interessierte haben die Möglichkeit jeden zweiten und vierten Freitag im Monat mehr zur Hi-Tech im Wald zu erfahren. Mehr Infos dazu unter: Link zum DLR

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